Weitgehende Immunität im Seniorenzentrum erwartet

Die zweite Impfrunde gegen Covid-19 ist absolviert | Bislang keine nennenswerten Komplikationen

Dr Schneider impft Bewohnerin
Doktor Schneider verabreicht einer Bewohnerin die zweite Impfdosis gegen Covid-19
Foto: Dierk Knechtel

NEURIED. 48 Bewohner und 36 Mitarbeitende des Seniorenzentrums Neuried erhielten am Mittwoch die zweite Impfdosis gegen Sars-Covid-19. Sie waren am 13. Januar das erste Mal mit dem Impfstoff von Biontech-Pfizer geimpft worden. Das Vakzin Comirnaty muss zweimal verabreicht werden. Eine Woche nach der zweiten Gabe sollen Geimpfte immun gegen den Erreger sein. Heimleiter Jürgen Hammel erwartet deshalb ab Mitte Februar weitgehende Immunität im Haus.

Wer das Seniorenzentrum betreten will, muss sich einem Corona-Schnelltest unterziehen. Die Medienvertreter sind da keine Ausnahme. Pflegedienst-Leiterin Olga Groninger führt ein langes Wattestäbchen tief in die Nase ein. Dann stellt sie eine Eieruhr auf 15 Minuten. Anzeichen für eine Infektion stellen sich schon früher ein, ein negatives Ergebnis ist erst nach 15 Minuten sicher. Eine Uhr nach der anderen klingelt, ohne dass ein Proband diskret beiseite gezogen wird.

Im Besprechungszimmer ist es frisch, die Terrassentür steht offen. Jürgen Hammel berichtet, dass heute 48 Bewohner zum zweiten Mal geimpft werden. 69 Bewohner hat das Heim derzeit insgesamt. 21 Bewohner werden nicht geimpft. 13, weil sie die Krankheit bereits überstanden haben, fünf, weil sie Kurzzeit-Gäste sind. Drei Bewohner wollen nicht geimpft werden.

61 Bewohner werden somit spätestens Mitte Februar immun sein, wenn die Angaben des Herstellers stimmen. Dennoch müssen die Personen weiter alle Vorsichtsregeln einhalten, insbesondere Masken tragen. Hammel sagt: “Angst herrscht nicht im Haus, aber wir haben großen Respekt. Dass wir den Schutz bekommen dürfen, macht uns ein Stück weit demütig.” Im letzten Jahr seien zwölf Bewohner mit dem Virus gestorben. Das Erlebnis wirke bis heute nach.

Vom Personal werden heute 36 Personen geimpft. 25 brauchen die Impfung nicht, weil sie bereits von der Krankheit genesen sind. 96 Mitarbeitende hat das Heim derzeit insgesamt. Somit verbleiben 35 Personen, die aus verschiedenen Gründen keine Impfung wollen. Alle Mitarbeitende würden zwei Mal pro Woche getestet, sagt Jürgen Hammel. Den erheblichen Mehraufwand durch die Pandemie würde das Team ohne zusätzliche Kräfte bewältigen.

Drei Impfstationen sind eingerichtet. Das 6-köpfige Impfteam unter der Leitung von Jürgen Mohrbacher ist angerückt. Drei Mitglieder sind für die Dokumentation abgestellt. Die Ärzte Willy und Felix Schneider aus Neuried-Ichenheim nehmen ebenfalls Impfungen vor. Ungefähr 2 Minuten dauert die Prozedur. Die Stimmung ist unaufgeregt. Nach der ersten Impfung gab es keine nenneswerten Irritationen unter den Impflingen.

Dierk Knechtel
Dierk Knechtel