Ausbildung im südbadischen Handwerk konstant

Mehr Azubis aus dem Ausland | Auto- und Maschinenbauer leiden

Zimmermann
Dass Zimmermann ein Beruf mit Zukunft ist, zeigt sich schon heute. (Ist Zimmerfrau das richtige Gender-Äquivalent?)
Foto: WikiImages | Pixabay

ORTENAU. Das Handwerk in Südbaden hat im vergangenen Jahr 2.294 Azubis neu aufgenommen. Das war ein Prozent weniger als 2019. Insgesamt machen aktuell 6.099 junge Menschen eine handwerkliche Ausbildung im Bezirk der Handwerkskammer Freiburg, zu dem auch die Ortenau zählt.

Der Anteil der Abiturienten unter den Ausbildungsbeginnern ist erneut leicht auf 16 Prozent gestiegen (Ortenau 14 Prozent). Im Stadtkreis Freiburg liegt der Anteil bei rund 24 Prozent. “Die Betriebe hätten gerne noch mehr Azubis eingestellt”, sagt Johannes Ullrich, Präsident der Handwerkskammer Freiburg. Viele Stellen seien auch im letzten Jahr unbesetzt geblieben, trotz Krise.

Gewerke, die schon vor Ausbruch der Pandemie unter Druck waren, haben weniger ausgebildet. Betroffen waren die Ausbildungsberufe Feinwerkmechaniker und Kfz-Mechatroniker aufgrund der Entwicklung beim Automobil- und Maschinenbau. Rückläufige Ausbildung verzeichnet auch das Friseurhandwerk als Lockdown-Verlierer.

Zu den Gewinnern des Ausbildungsjahres 2020 zählt das Zimmerer-Handwerk, wo sich der positive Trend der letzten Jahre fortsetzt. Auch die Straßenbauer haben mehr ausgebildet. Bauberufe sind insgesamt stabil gefragt. Der Bereich Sanitär-Heizung-Klimatechnik verzeichnet ebenfalls Zuwächse. Hier spielt die Umsetzung der Klimawende eine Rolle.

Bedeutung von Migration nimmt zu

Unter den 2.294 neuen Azubis in 2020 besaßen 448 Personen eine ausländische Staatsbürgerschaft, das waren knapp ein Fünftel. Ende des Jahres waren 90 Azubis aus EU-Ländern gemeldet, 67 aus dem West-Balkan und 220 aus Fluchtländern. Insgesamt wurden 358 Ausbildungsverträge mit Personen aus dem Nicht-EU-Ausland abgeschlossen.

Quelle: Handwerkskammer Freiburg

Dierk Knechtel
Dierk Knechtel