Kurzarbeit schönt Personalstand

Zur Konjunktur-Umfrage der wvib Schwarzwald AG | Aussagen gelten nur für die mittelständische Industrie

wvib Konjunkturumfrage 2020
Hauptgeschäftsführer des wvib Christoph Münzer (Mitte) und Präsident Thomas Burger (rechts). Jörn Rickert (links) präsentierte sein Unternehmen CorTec GmbH am Schluss der Pressekonferenz.
Foto: wvib

ORTENAU. Der Einbruch der Weltwirtschaft infolge der Corona-Pandemie hat den industriellen Mittelstand in Baden-Württemberg hart getroffen. Das ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage 2020 des Wirtschaftsverbandes Industrieller Unternehmen Baden e.V. (wvib Schwarzwald AG), die der Verband jetzt vorgelegt hat. Zweimal jährlich werden 1.000 Mitgliedsunternehmen befragt. Rund 400 Unternehmen sollen nach Verbandsangaben teilgenommen haben.

Welchen Verbandsanteil diese Firmen in Bezug auf Umsatz und Beschäftigte repräsentieren, gibt der wvib nicht an. Alle verbundenen Unternehmen zusammen sollen 362.000 Beschäftigte haben und weltweit 73 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften. Das Verbandsgebiet umfasst Baden-Württemberg, Elsass und die Schweiz. Der wvib wurde 1946 gegründet und hat seinen Sitz in Freiburg.

Wie sich einzelne Kennzahlen verändert haben

  • Umsatz: minus 8,42 Prozent. Drei Viertel der Unternehmen verzeichneten einen Rückgang. 42 Prozent (2019: 26 Prozent) der Befragten erwarten in den nächsten sechs Monaten steigende, 12 Prozent sinkende Umsätze. Die Zahlen sind nur bedingt aussagekräftig, da das Ausgangsniveau gegenüber den Vorjahren kräftig gesunken ist.
  • Auftragseingang: minus 5 Prozent. Bei 54 Prozent der Befragten sank der Auftragseingang.
  • Ertragslage: Nur ein Fünftel berichtet von einer guten Ertragslage. Andererseits erwarten nur 13 Prozent in naher Zukunft sinkende Erträge. Die vergleichsweise gute Ertragslage komme nicht zuletzt durch Einsparungen bei Reisen und Messen zustande, sagte wvib-Hauptgeschäftsführer Christoph Münzer. Das ist kein Anlaß zur Freude, da diese Ausgaben bei Unternehmen, die der wvib nicht vertritt, als Einnahmen fehlen.
  • Beschäftigung: minus 332 Mitarbeiter im Befragtenkreis. 27 Prozent der Unternehmen hätten ihre Belegschaft vergrößert, 23 Prozent diese konstant gehalten, 50 Prozent hätten sie abgebaut. Die Zahlen seien laut Münzer vor dem Hintergrund hoher Kurzarbeit zu sehen.
  • Auslastung: 58 Prozent der Befragten berichten von einer schlechteren, 42 Prozent von einer im Wesentlichen unveränderten Kapazitätsauslastung.
  • Investitionsquote: unverändert 6 Prozent gemessen am Umsatz. Nur 21 Prozent der Unternehmen will in naher Zukunft weniger investieren.
Dierk Knechtel
Dierk Knechtel