Türen und Böden für Heim und Haus

Unternehmen im Ried: Marx Holzhandel GmbH | Bedeutender Umsatzanteil im Elsass | Kernkompetenz Fachwissen

Martin Saar _ Dierk Knechtel
Martin Saar in seiner Musterschau vor einer expressiven Wandgestaltung.
Foto: Dierk Knechtel

NEURIED. Die Firma Marx in Neuried-Altenheim nennt sich Holzhandel, ist aber kein reiner Handelsbetrieb. Türen, Bodenbeläge und Schranksysteme werden mit Aufmaß und Montage verkauft. Anders geht es praktisch nicht, dazu sind die Produkte zu erklärungsbedürftig, der Einbau zu komplex. Marx hat die Dienstleistung zum wichtigsten Wettbewerbsvorteil entwickelt. Inhaber Martin Saar ist vor allem wegen der Kompetenz seines Teams zuversichtlich für die nächsten Jahre. Saar gab im LJ-Interview Einblick in einen umkämpften Markt.

Martin Saar (52) ist Geschäftsführer und Mehrheitsgesellschafter der Marx Holzhandel GmbH. Saar trat 1997 in die Firma ein. Seine Frau Ulrike ist die Tochter von Willi Marx, der das Unternehmen 1980 gründete. Hervorgegangen ist es aus einer Schreinerei, die in den 1990er Jahren an die Meister Kurt und Hans-Jörg Müll abgegeben wurde. Ulrike Saar, ebenfalls Gesellschafterin, macht die Buchhaltung, berät Kunden und betreut die Abwicklung.

Marx hat 20 Mitarbeiter*innen, davon sieben Monteure. Subunternehmer montieren zu lassen, habe sich nicht bewährt, sagt Martin Saar. Die Monteure sind Gelernte wie Schreiner, Glaser, Zimmermann, Parkettleger. “Auch im Innendienst haben wir nur Fachleute. Der einzige Nichtfachmann bin eigentlich ich,” sagt der gelernte Fernmeldetechniker, der vor seinem Eintritt bei der Telekom beschäftigt war.

Das Vertriebsgebiet ist die Ortenau und das Elsass. Französisch sprechende Mitarbeiter in Innendienst und Montage betreuen die elsässischen Kunden. Die Abwicklung ist mit viel Bürokratie verbunden. “Da sind wir mit unserer Betriebsgröße manchmal überlastet”, bemerkt Saar nicht ohne Kritik. Hinzu kommt, speziell bei Innentüren, dass die französischen Normen und Maße anders sind. Den Herausforderungen zum Trotz macht Marx 40 Prozent des Umsatzes im Elsass.

Die Zeiten, da Holzhändler ausschließlich an Wiederverkäufer lieferten, sind lange vorbei. Abgesehen von dem einen oder anderen größeren Objekt hat Marx nur Privatkunden. Davon kündet auch die umfangreiche Musterausstellung an der Gewerbestraße in Altenheim. Teures Eichenparkett oder hochwertige Stiltüren können nicht über das Internet verkauft werden. Eingehende Beratung und Bemusterung, vor allem fachgerechte Montage sind unerlässlich. Die beste Landhausdiele ist nichts wert, wenn sie fehlerhaft verlegt ist.

Obgleich Bauen, Wohnen und Einrichten nach wie vor boomen, übt sich Martin Saar in Zurückhaltung. Das liegt daran, dass Marx sich in einem hart umkämpften Marktumfeld bewegt. “Mit Holzprodukten kann man sich leichter selbstständig machen als mit, sagen wir, Sanitär oder Klimatechnik. Deswegen haben wir sehr viele Wettbewerber.”

Die beste, vielleicht einzige Art, sich zu behaupten, war und ist immer noch das Know-how der Mitarbeiter*innen. Eine Huga-Tür, ein Kährs-Parkett gibt es auch anderswo zu kaufen, der dazu notwendige Service nicht so leicht. “Da sind wir gut aufgestellt”, sagt der 52-jährige.

Dierk Knechtel
Dierk Knechtel