Gastbaumarten für den klimagerechten Wald

Alternative Baumarten werden verstärkt beigemischt | Heimische Arten und Naturverjüngung bleiben dominant | 87.000 Jungbäume wurden 2020 im Ortenaukreis gesetzt

Gastbaumarten _ Landratsamt
Christoph Rexter und Trainee Franziska Reichenbach sortieren Jungbäume für die Ausgabe an die Besteller (Werksgelände der Waldservice Ortenau in Ohlsbach)
Foto: Landratsamt Ortenau

ORTENAU. Der Klimawandel trifft die deutschen Wälder. Die Trockenheit der Jahre 2018 und 2019 und der dadurch begünstigte Borkenkäferbefall haben den Wäldern der Ortenau zugesetzt. Sie sollen deshalb zu klimastabilen Mischwäldern umgebaut werden. Das plant das Amt für Waldwirtschaft.

Dabei werde primär auf heimische Baumarten und deren natürliche Verjüngung gesetzt. Aber auch Gastbaumarten, die aufgrund ihrer Herkunft an trockene und heiße Klimabedingungen angepasst seien, kämen zum Einsatz, sagt Amtsleiter Hans-Georg Pfüller. Die Bodeneigenschaften des jeweiligen Standorts seien einzubeziehen.

87.000 heimische Bäume wurden 2020 in den Wäldern des Ortenaukreises gepflanzt. Hinzugemischt wurden circa 13.000 Gastbäume. Für das laufende Jahr wurden 17.000 junge Gastbäume bestellt. Darunter Atlas- und Libanonzedern, Tulpenbäume, Hybridlärchen, Lindenblättrige Birken, verschiedene Nussarten und Leyland-Zypressen. Die Großbestellung wird seit Jahren vom Waldwirtschaftsamt und der Waldservice Ortenau eG organisiert. Beteiligt sind Privatwaldbesitzende, Kommunen, Körperschaften und der Staatswald.

Die Baumarten seien zum Großeil auf einer Empfehlungsliste der Forstlichen Versuchsanstalt in Freiburg zu finden. Andere Arten seien aufgrund positiver Erfahrungen mit Versuchsflächen aufgenommen worden, sagt Christoph Rexter. Er ist stellvertretender Leiter des Forstbezirks Oberkirch. Die Nachfrage nach klimatauglichen Gastbaumarten war so groß, dass frühzeitig bestellt werden musste, um die gewünschten  Stückzahlen zu erhalten.

Auch für das kommende Jahr ist eine gemeinsame Bestellung geplant. Waldbesitzende können sich bei ihren Revierleitungen über die Eignung verschiedenen Baumarten für ihre Standorte informieren.

Dierk Knechtel
Dierk Knechtel