Entscheidung für Hobbit unter Zeitdruck

Der Naturkindergarten bekommt den Wagen Hobbit | Gemeinderäte monieren fehlende Alternativen | Wunschtermin September 2021

Naturkindergarten Hobbit - Dierk Knechtel
Der Hobbit, hier die Ausführung in Friesenheim, soll 20 Jahre halten.
Foto: Dierk Knechtel

NEURIED. Die Unterkunft des Naturkindergartens in Müllen wird ein Wagen namens Hobbit sein. Weil der Preis mit dem Hersteller noch nicht verhandelt ist, setzte der Gemeinderat der Verwaltung einen Kostenrahmen von 145.000 Euro für den Kauf. Darin enthalten ist auch ein separater WC-Wagen.

Die Option, dass der Betreiber Vielfalt für Kinder GGmbH den Wagen kauft und an die Gemeinde vermietet, kommt nicht zum Tragen. Das Geld sei vorhanden, sagte Kämmerer Andreas Delfosse, Zinsen für eine alternative Anlage nicht. Zudem könne auf lange Sicht ein Betreiberwechsel nicht ausgeschlossen werden. In dem Fall sei die Gemeinde bezüglich der Unterkunft unabhängig.

Das Projekt Naturkindergarten wurde in den vergangenen Monaten entschlossen vorangetrieben. In und für Müllen herrschte große Freude, als Müllen als Standort feststand. Nun drängt eine Mehrheit, allen voran Bürgermeister Uhrich, auf Verwirklichung. Wunsch-Liefertermin ist September. Der Naturkindergarten wird ab dann in die Kindergartenbedarfsplanung aufgenommen, auch das beschloss der Gemeinderat.

Bis dahin sind es noch viereinhalb Monate, die Sommerferien liegen dazwischen. Es gibt noch keinen Vertrag mit dem Hersteller Weg-Weiser GmbH & Co. KG in Breisach, somit keine rechtlich bindende Terminvereinbarung. Manchen Räten geht das zu schnell.

Bettina Dürr, die gegen den Kaufbeschluss votierte, und Axel Fischer (beide Umwelt und Leben) sowie Heinz Walter (SPD) monierten die Alternativlosigkeit der Entscheidung. In der Tat gibt es nur die Wahl zwischen großer (12 mal 3,8 Meter) und kleiner Lösung (8 mal 4 Meter). Die Räte kennen den Preisunterschied, in den öffentlichen Beratungsunterlagen fehlt die Information. Ob der Rat bei der Entscheidung einbezogen wird, blieb offen.

Ralf Wollenbär (Freie Wählervereinigung) sprach für die Befürworter. Die Entscheidung für den Betreiber habe die Entscheidung für den Hobbit vorweggenommen. Der Betreiber habe immer deutlich gemacht, dass er den Hobbit vorziehe. Hilde Wurth-Schell, Müllener Ortsvorsteherin, äußerte sich sinngemäß.

Dierk Knechtel
Dierk Knechtel