Materialengpässe bei Hobbit-Lieferant

Naturkindergarten startet auch ohne Hobbit im September

Naturkindergarten Müllen Platz _ Dierk Knechtel
Auf dieser grünen Wiese, in sicherer Entfernung zu den Bäumen, wird der Hobbit-Wagen stehen.
Foto: Dierk Knechtel

NEURIED-MÜLLEN. Die Vorbereitungen für den Naturkindergarten (NKG) in Müllen sind im Plan. Unklar ist dagegen, ob der Hobbit-Wagen wie geplant im September kommt. Das erklärte Michael Diescher am Dienstag vor dem Müllener Ortschaftsrat. Diescher ist beim Träger Vielfalt für Kinder GmbH zuständig für das Müllener Projekt. Er informierte die Räte über den Sachstand.

Wie derzeit in vielen Bereichen der Wirtschaft gibt es auch beim Hersteller des “Hobbit” Materialengpässe. “Wenn der Wagen später geliefert wird, starten wir trotzdem im September mit einem Konzept ohne Wagen”, sagte Diescher. Nach den bisherigen Anmeldungen würden bis Jahresende 16 Kinder den Naturkindergarten besuchen, erwartet er.

Zwei Erzieherinnen stehen bereits fest. Im laufenden Betrieb werden laut Diescher drei bis vier Personen mit unterschiedlicher Qualifikation die Kinder betreuen. Die Zeiten sind von 7:30 Uhr bis 12:30 Uhr beziehungsweise bis 14:30 Uhr für die Spätgruppe. Die Kinder werden von den Eltern nicht bis zum NKG gebracht, um Autoverkehr auf den Wiesen zu verhindern. Stattdessen werden sie vom Betreuerteam an der Kirche abgeholt und wieder dorthin gebracht. Das geschieht in einem Zeitrahmen von maximal 15 Minuten.

Der Hobbit kommt in sicherer Entfernung zum Waldrand zu stehen, genauer gesagt um eine Baumlänge plus X für den Fall, dass Bäume bei Sturm in seine Richtung umstürzen. Für den Wagen wird eine Betonplatte gelegt. Der Antrag auf Bohrung eines Brunnens für Frischwasser wurde abgelehnt. Das Wasser könnte durch Einträge der umgebenden Landwirtschaft verunreinigt sein. Wasser werde nun in Behältern vom firmeneigenen Versorgungsteam geliefert, sagte Diescher.

Der Platz wird noch mit Pflanzen gestaltet. Eventuell werde ein Zaun zum angrenzenden Maisfeld gesetzt, damit die Kinder darin nicht verloren gingen. Ansonsten könnten sich die Kleinen frei bewegen, auf der Wiese, im Wald und sogar gefahrlos an der Schutter, wo ein entsprechender Platz sei, zeigte sich Diescher unbesorgt. “Der Wald ist versicherungstechnisch abgedeckt, alles andere obliegt der Aufsicht.”

Der NKG hat ganzjährig auf. Bei Dauerregen dürfen die Kinder auch mal ins Mehrzweckhaus. Bei tiefen Temperaturen sorgt der Bollerofen schnell für Wärme. Für draußen gilt, so Michael Diescher: “Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung.”

Naturkindergarten Hobbit _ Dierk Knechtel
Dierk Knechtel
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