Rekord bei Gewerbesteuer glättet Corona-Delle

Neurieds Finanzlage ist trotz Pandemie stabil | Plus 800.000 Euro aus laufender Rechnung in 2021 erwartet

Rathaus Neuried - Dierk Knechtel
Ohne den Geldsegen aus dem Gewerbepark Basic würde das Haushaltsjahr 2021 mit Verlust schließen.
Foto: Dierk Knechtel

NEURIED. Während bundesweit die Gemeinden 20 Prozent weniger Gewerbesteuer erwarten, darf sich Neuried in diesem Jahr über ein Plus von 80 Prozent freuen. Der Einmaleffekt aus dem neuen Gewerbepark Basic stützt den kommunalen Haushalt in der Corona-Krise. Das geht aus dem Zwischenbericht hervor, den Kämmerer Andreas Delfosse am Mittwoch dem Gemeinderat vorlegte.

In den letzten Jahren schwankten die Gewerbesteuereinnahmen in Neuried um 2 Millionen (Mio) Euro, 2021 sollen es 3,5 Mio werden. Allerdings werde dadurch 2023 die Umlage in den Finanzausgleich steigen, die Einnahmen von dort per Saldo sinken, schränkte Delfosse ein.

Unter dem Eindruck des Lockdowns hatte Delfosse die Planzahlen für 2021 zu Jahresbeginn nach unten korrigiert. Unterm Strich stand ein Minus von 107.000 Euro. Die Buchungen bis Jahresmitte zeichnen nun ein besseres Bild. Bei Erträgen von 23,2 Mio und Aufwendungen von 22,4 Mio soll am Jahresende ein Plus von 843.000 Euro zu Buche stehen. Das wären 950.000 über Plan.

Der größte Posten auf der Einnahmenseite sind Steuern und ähnliche Abgaben. Hier werden 532.000 Euro mehr als geplant erwartet, insgesamt 10,5 Mio. Das liegt neben der Gewerbe- auch an der Einkommensteuer, an der die Gemeinde partizipiert. 116.000 Euro über Plan sollen es werden, insgesamt 5,2 Mio. Die übrigen Steuern, zu denen auch der Familienleistungsausgleich zählt, fallen vergleichsweise gering aus. Die Vergnügungssteuer war im ersten Halbjahr aus naheliegenden Gründen auf Null, im zweiten sollen aber noch 40.000 Euro zusammenkommen, die Häfte des Planansatzes.

Beim Personalaufwand (Plan gesamt 4,25 Mio) rechnet Delfosse mit 46.000 weniger als geplant. Allerdings sei das kein Anlass zur Freude, so Delfosse, denn notwendige Stellen hätten nicht besetzt werden können, Arbeit bleibe liegen. Ähnlich sieht es bei den Sach- und Dienstleistungen aus (Plan 2,83 Mio). Auch hier der Seitenblick auf Corona: Einige Projekte werden nicht wie geplant fertig, 260.000 Euro werden am Jahresende wohl schlichtweg liegenbleiben.

Der voraussichtliche Einnahmenüberschuss von über 800.000 Euro kann wohl wie in den Vorjahren in die Ergebnisrücklage eingestellt werden. Dieser Puffer für magere Zeiten wird dann von 5,58 Mio in 2018 auf 9,8 Mio in 2021 gestiegen sein, wenn nichts Unvorhergesehenes passiert. Liquide Mittel für die rege Projekttätigkeit der Gemeinde sind ausreichend vorhanden. Delfosse rechnet mit 6,2 Mio Bankguthaben am Jahresende. Dazu kommen 4,3 Mio an längerfristigen Finanzanlagen. Neuried steht finanziell gut da. Oder, wie es Andreas Delfosse mit der Vorsicht des Schatzmeisters ausdrückt: “Nichts läuft aus dem Ruder.”

Dierk Knechtel
Dierk Knechtel