Menschen kommen sich ab Montag wieder näher

Social Distancing bremste die Ausbreitung des Corona-Virus | Weil die Infektionsrate gesunken ist, wird es schrittweise abgeschafft

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Der Sieg über das Virus kommt gewiss, früher oder später.
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ORTENAU. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen im Ortenaukreis ist seit fünf Tagen unter 50. Dadurch sind weitere Lockerungen möglich, die der Kreis in vollem Umfang nutzt.

Die Restriktionen, die jetzt schrittweise aufgehoben werden, haben dazu gedient, die Menschen auseinanderzuhalten, damit sie sich weniger anstecken. So wurde es von der Regierung propagiert, und es erscheint plausibel. Wenn das stimmt, müsste die Rücknahme der Beschränkungen dazu führen, dass die Infektionen wieder zunehmen.

Das einzige Mittel, das dies verhindert, soll nach offizieller Darstellung die Impfung sein. Dabei ist nicht gesichert, ob und in welchem Ausmaß ein geimpfter Mensch das Virus weitergeben kann. Ferner ist nicht klar, wie lange der Impfschutz anhält. Zudem wird vorausgesetzt, dass die verschiedenen Impfstoffe die vorhandenen bekannten, vorhandene unbekannte sowie noch zu erwartende Mutationen abdecken.

Bei alldem ist es so, dass in Baden-Württemberg seit einigen Tagen kaum geimpft wird, weil Impfstoff fehlt. Stand 28. Mai sind knapp 17 Prozent der Bevölkerung in Baden-Württemberg vollständig geimpft.

Derweil freut sich Landrat Frank Scherer, so wird er zitiert, über einen „weiteren Schritt in Richtung Normalität“. Er vergisst nicht, zu betonen, dass es weiterhin wichtig sei, die bestehenden Abstands- und Hygieneregeln konsequent zu beachten. Eben diese werden ab Montag ein weiteres Stück zurückgenommen.

Was ab Montag, 31. Mai, wieder geht

  • Treffen im privaten oder öffentlichen Raum mit 10 Personen aus bis zu 3 Haushalten. Kinder der Haushalte bis einschließlich 13 Jahre werden nicht mitgezählt. Vollständig geimpfte oder genesene Personen zählen nicht mit und bleiben als Haushalt unberücksichtigt.
  • Bibliotheken, Archive, Museen, Galerien, zoologische und botanische Gärten sowie Gedenkstätten dürfen wieder ohne allgemeine Begrenzung der Personenzahl bezogen auf die Fläche öffnen. Gegebenenfalls sorgen die Einrichtungen für individuelle Besuchergrenzen. Besucher*innen müssen weiterhin Abstand zu anderen Personen halten und es bleibt die Pflicht zur Kontaktdatenerfassung. In diesen Einrichtungen entfällt die Testpflicht.
  • Der Einzelhandel darf allgemein öffnen. Einkaufen ist jetzt wieder ohne Termin und festes Zeitfenster möglich, Kontaktdaten müssen nicht mehr erfasst werden und die flächenbezogene Personenbeschränkung ist auf eine Kundin oder einen Kunden je zehn Quadratmeter Verkaufsfläche gelockert. Bei Geschäften, die keine Lebensmittelgeschäfte sind und mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche haben, gilt oberhalb der 800 Quadratmeter die Beschränkung auf eine Kundin oder einen Kunden pro 20 Quadratmeter. Die Testpflicht entfällt.
  • An Schulen ist ab 1. Juni Sport im Klassenverbund im Freien möglich. Tagesausflüge sind wieder gestattet.
  • An weiterführenden und beruflichen Schulen entfällt ab dem 1. Juni das Abstandsgebot. Die Maskenpflicht gilt weiterhin.
  • Angebote der Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit können ab 1. Juni erweitert werden.

Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz im Ortenaukreis drei Tage lang wieder über 50 liegen, müssen die Lockerungen wieder zurückgenommen werden.

Öffnungsschritte der Stufen 2 und 3 betreffen insbesondere Kulturveranstaltungen in Innenräumen, Fitnessstudios und Saunen/Bäder sowie größere Veranstaltungen im Freien. Sinken die Inzidenzen weiter, kann dies gemäß den Regelungen der Corona-Verordnung des Landes frühestens am 2. Juni bekanntgemacht werden. Dann würde die Öffnungsstufe 2 am folgenden Tag in Kraft treten.

Quelle: Landratsamt Ortenaukreis

Dierk Knechtel
Dierk Knechtel